Anwendungslösungen zum Reinigen und Aktivieren von Oberflächen

Um eine optimale Haftung zwischen zwei Bauteilen und dem Klebstoff zu erreichen, ist die Vorbehandlung der Oberflächen vor dem Klebeprozess notwendig. Diese teilt sich dabei hauptsächlich in die Bereiche Oberflächenvorbereitung und -aktivierung.

Bei der Oberflächenvorbereitung werden die Oberflächen von Verschmutzungen wie Staub und Fett befreit. Hierbei kommen vornehmlich nasschemische Reiniger, hauptsächlich Alkohole und Ketone, zum Einsatz. In den letzten Jahren hat sich jedoch auch die Reinigung mittels Atmosphärenplasma zugenommen. Bei der Anwendung dieses Verfahren sind jedoch Grenzen gesetzt.

Die Oberflächenaktivierung hat die Aufgabe, eine Oberfläche mit definierten Eigenschaften zu schaffen. Im Idealfall werden unzählige funktionelle Gruppen erzeugt, welche dem Klebstoff die Möglichkeit geben, mit diesen funktionellen Gruppen zu reagieren. Hier kommen in der Regel Haftvermittler zum Einsatz.

Auch hier kommen oft nasschemische Systeme zum Einsatz. Alternative Verfahren hierbei können Atmosphärenplasma, Beflammung oder das SaCo-Verfahren sein. Eine Sonderrolle spielt die Gruppe der Aktivatoren. Diese haben beide Funktionen integriert. Sie werden vorrangig genutzt, um mit Haftvermittler behandelte Flächen nach längerer Zeit wieder zu reinigen und zu aktivieren. Hier kommt das Wipe-On/Wipe-Off Verfahren zum Einsatz.

ATN bietet für die Reinigung und Aktivierung von Oberflächen mit nasschemischen Verfahren, vielseitige Applikationsmöglichkeiten und die dafür erforderlichen bewährten Produkte, welche sowohl in der Automobilindustrie, als auch in anderen Industriebereichen Anwendung finden. Als Plug&Play-System entwickelt, können diese Komponenten sowohl individuell auf den Kunden abgestimmt, in dessen automatisierten Produktionsprozess integriert, oder aber auch als komplette Automatisierungskonzepte umgesetzt werden.


Auftragsverfahren

Beim Auftragen des Reinigers bzw. Primer oder Aktivator wird grundsätzlich zwischen 3 Verfahren unterschieden. Diese werden in Abhängigkeit des Bauteils, der Oberfläche und des zu verarbeitenden Materials ausgewählt. Aber auch Bestimmungen wie Arbeits-, Gesundheits- und Brandschutz während der Applikation spielen bei der Auswahl des Verfahrens eine wichtige Rolle.

Sprühen

  • für unebene und raue Oberflächen geeignet
  • Aufsprühen mittels Sprühkopf
  • flächiger Auftrag/größere Auftragsbreiten
  • kein Verschleiß des Auftragselementes
  • keine randscharfe Applikation (Sprühnebel)

Filzen

  • für glatte und ebene Oberflächen geeignet
  • Auftrag mittels durchtränktem Filz
  • Filz verschleißt und muss gewechselt werden
  • auch zum Nachwischen nach Sprühauftrag geeignet
  • begrenzte Auftragsbreiten
  • randscharfe Applikation

Pinseln

  • für glatte und ebene Oberflächen geeignet
  • Auftrag mittels durchtränktem Pinsel
  • Pinsel verschleißt und muss gewechselt werden
  • begrenzte Auftragsbreiten
  • randscharfe Applikation
Pinselauftrag eines Schwarzprimer
Reiningungskopf (Sprühen und Filzen)
Sprühprimerkopf mit Dispenser

verarbeitbare Materialien

  • Heptan
  • Isopropanol
  • lösemittelhaltige Haftvermittler
  • lösemittelhaltige, mit Ruß versetzte Haftvermittler
  • Haftvermittler aus Wasserbasis
  • Aktivatoren

Systemtechnik

Dispenser ESP

Eigenschaften und Vorteile

  • Endlosdosierung – kein Füllen des Kolbens erforderlich
  • exakt definierte Dosierung mit einer Wiederholgenauigkeit von über 99%
  • volumetrische Förderung
  • schonende und pulsationsfreie Förderung
  • Geschwindigkeit elektronisch regelbar
  • totraumfreie Gestaltung
  • Punkt- und Raupendosierung ohne Materialanhäufungen bei Start und Stopp
  • kein Nachtropfen oder Fadenziehen durch steuerbaren Rückzug
  • einfache Montage bzw. Demontage
  • ventillos
  • unabhängig von Viskositätsschwankungen
  • variable Förderrichtungen (Einsatz zur Förderung und Dosierung, Exzenterschneckenprinzip)
  • Ausführung in Edelstahl
  • Beheizung (optional)

verarbeitbare Produkteigenschaften

  • niedrig bis mittelviskos
  • hochgefüllt
  • abrasiv
  • scherempfindlich
  • aggressiv

Allgemeine technische Daten

Eingangsdruck:0 – 20 bar
Dosierdruck:0 – 40 bar
Temperaturbereich:0 – 80 °C
Drehzahl:max. 200 U/min

Technische Daten
Dispenser ESP 30

Dosiervolumen:0,15 ml/min
Förderstrom:1,0 – 30 ml/min
Dosiermenge:min. 0,01 ml

Dispenser ESP 80

Dosiervolumen:0,4 ml/min
Förderstrom:80 ml/min
Dosiermenge:min. 0,02 ml

Funktionserweiterungen

  • Pinsel
  • Filz
  • Überwachung (Pinsel, Filz)
  • Zirkulationsanschluss

Sprühkopf

Über den Sprühkopf werden die Primermedien dosiert und aufgetragen. Unter Druck wird das zu verarbeitende Auftragsmedium dem Sprühkopf zugeführt.
Bei der Ansteuerung öffnet der mit Druckluft beaufschlagte Steuerkolben zunächst das Spritzluftventil und dann mit geringer Verzögerung die Materialdüse des Automaten. Beim Zusteuern wird zunächst die Materialdüse und dann das Spritzluftventil geschlossen, um ein Nachtropfen der Materialdüse zu verhindern. Die Zerstäubung des Spritzmediums erfolgt mit Druckluft.

Technische Daten

Materialdruck:max. 12 bar
Zerstäuberluftdruck:max. 8 bar
Gewicht:380 g

einstellbare Faktoren

  • Wahl der Luft- und Materialdüse
  • verändern des Zerstäuberluftdrucks
  • verändern des Spritzmediumdrucks
  • einstellen des Nadelhubs am Regler des Spritzautomaten

Applikationssteuerung IFC

Das ATN IFC-Steuerungssystem (Independent flow control) besteht aus einem IPC mit einem 12“ Touch Display (Bildschirmauflösung 800x600 Pixel). Mit dem IFC-System werden alle wichtigen Parameter und Komponenten des Applikationsprozesses gesteuert und überwacht. Am Display werden alle Prozesse visualisiert und die Komponenten können einfach bedient werden.

Aufbau und Funktionen IFC

  • System besteht aus Schaltschrank mit IPC und Bedienpanel
  • einfache intuitive Bedienung
  • frei einstell- und konfigurierbares System für alle Applikationsarten
  • Einstellung aller wichtigen Applikationsparameter (z.B. Volumenstrom, Vordruck, Temperatur)
  • umfangreiche Diagnosemöglichkeiten, z.B. Statistiken und Fehlerhistorie
  • Fernwartung und Fernbedienung der Visualisierung über Netzwerk
  • umfangreiche Loggingfunktionen
  • Leitstandanbindung möglich

Technische Daten

  • Intel® Atom™ Prozessor
  • kein Lüfter erforderlich
  • 2x USB (1x USB 3.0, 1x USB 2.0)
  • 2x Ethernet-Schnittstelle 10/100/1000 Mbit
  • CAN-Schnittstelle
  • variable Schnittstelle für Anbindung an übergeordnete Steuerung, z.B. Profibus, Profinet, Ethernet /IP

Materialversorgung

Die Primer-Materialversorgung besteht im Wesentlichen aus den vier Komponenten Druckbehälter, Membranpumpe, Wägezelle und Pufferbehälter.

Druckbehälter

  • in mehreren Größen zwischen 1l und 45l verfügbar
  • Druckbeaufschlagung mittels getrockneter Luft oder Stickstoff
    (optional über Proportionalventil steuerbar)
  • Rührwerk und Zirkulationsanschluss optional

Membranpumpe

  • im Rücklauf des Systems befindlich
  • Umwälzung des Primermaterials im Zirkulationsbetrieb

Wägezelle

  • Füllstandserkennung
  • alternativ auch über Sensorik (abhängig von der Behälterkonfiguration)

Pufferbehälter

  • Absicherung einer unterbrechungsfreien Produktion

 

 


Primerapplikation

Testapplikation eines Schwarzprimers per Pinselauftrag.

kombinierter Primerauftrag

Im Video ist der kombinierte Sprüh- und Pinselprimerauftrag für einen Kundentest zu sehen.


Sie benötigen mehr Informationen?

Wir stehen Ihnen für weitere Informationen gern zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter oder schreiben Sie uns über das allgemeine Kontaktformular an.

Telefon: +49 35936 335-0
Fax: +49 35936 335-2000
E-Mail: Opens window for sending emailkontakt(at)atngmbh.de

Reinigen und Aktivieren

Unsere Applikationstechnik für die Reiningung und Aktivierung von Bauteilen finden Sie auch in unserem Initiates file downloadProduktflyer


Branchenlösungen

Die ATN entwicklet branchenübergreifend Applikationstechnik und Automatisierungs-lösungen. Einen Überblick über unsere größten Einsatzgebiete finden Sie Opens internal link in current windowhier.